Als Unternehmer sind Sie verpflichtet, Ihren Mitarbeitern einen hygienisch reinen Arbeitsplatz zuzusichern. Allerdings stecken in modernen Putzmitteln oft Inhaltsstoffe, die zwar die Reinigung vereinfachen, dafür aber Mensch und Umwelt schaden. Die Lösung: umweltfreundliche Reinigungsmittel. Doch wann gilt ein Reiniger als umweltfreundlich und wie putzen Sie wirklich nachhaltig? Dieser Beitrag richtet sich an Firmeninhaber, die zu umweltverträglichen Putzmitteln in Ihrem Betrieb übergehen wollen.
Warum sind umweltfreundliche Reinigungsmittel besser als konventionelle?
Unsere Umwelt wird jeden Tag durch menschliches Handeln belastet. Vielen Unternehmen ist es daher wichtig, die Belastung in verschiedenen Bereichen zu reduzieren und nachhaltiger zu handeln. Beim Putzen anzusetzen ist ein guter Hebel: Denn die Nutzung bestimmter Chemikalien hat schwere Konsequenzen für die Natur und unsere Gesundheit. Herkömmliche Reiniger bewirken folgende Probleme:
Umwelt:
- Verbreitung von Mikroplastik
- Verschmutzung von Gewässern und Wasserorganismen
- Luftverschmutzung durch Verdunstung
Gesundheit:
- Reizung und Allergien
- Atemwegserkrankungen
- Hormonelle und toxische Belastung
Oberflächen:
- Korrosion
- Verfärbung
- Materialschäden
Nachhaltig putzen: Ab wann gelten Reinigungsmittel als umweltfreundlich?
Der Begriff „umweltfreundlich“ ist in Deutschland nicht geschützt und lässt sich daher für verschiedene Dinge verwenden – auch für Reinigungsmittel. Da es sich dabei um Chemikalien handelt, ist es für Laien schwer, schädliche Mittel von unbedenklichen Substanzen zu unterscheiden.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Tenside, die die reinigende Wirkung ausmachen. Sie müssen laut EU-Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004 vollständig biologisch abbaubar sein. Somit haben sie keine schädliche Wirkung auf die Umwelt.
Aber welche Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln sind schädlich für die Umwelt? Problematisch sind vor allem Farbstoffe, Phosphonate oder Konservierungsmittel. Diese können nicht oder nicht vollständig abgebaut werden, sich in der Umwelt anreichern oder sogar Gewässerorganismen schädigen. Reinigungsmittel, die keinen dieser Stoffe enthalten, sind somit als umweltfreundlich einzustufen.
Auf die folgenden Reiniger sollten Sie auf jeden Fall verzichten:
- Ätzende WC- und Rohrreiniger: Sie gehören zu den giftigsten Haushaltsreinigern.
- Glaskeramikreiniger: Mit einem entsprechenden Ceranfeldschaber lassen sich Verschmutzungen effektiver lösen.
- Duftsteine für das WC: Sie haben keine reinigende Wirkung und spülen mit jedem Tastendruck Schadstoffe in die Kanalisation.
- Backofensprays: Verteilen gifte und gesundheitsschädliche Aerosole in der Luft.
- Spezialreiniger: Enthalten oft unnötig viele schädliche Inhaltsstoffe.
- Desinfektionsmittel: Töten leider nur harmlose Keime ab und sorgen dafür, dass sich schädliche Keime vermehren können.
Gut zu wissen
Woran erkannt man ökologische und umweltfreundliche Reinigungsmittel?
Ökologisch ist genauso wie umweltfreundlich kein geschützter Begriff und leider machen sich das viele Hersteller zunutze. „Öko“, „bio“ und „nachhaltig“ sind oft mehr Werbeversprechen als die Realität. Häufig kommen auch eigene Siegel zum Einsatz, die Verbrauchende verwirren. Doch welche Putzmittel sind biologisch abbaubar? Tatsächlich gibt es drei Siegel, an denen Sie das erkennen:
- Der Blaue Engel: Siegel für umweltfreundliche Reinigungsmittel, wie Haushalts-, Geschirr- und Sanitärreiniger. Sie müssen biologisch abbaubar sein, geringe Schadstoffbelastungen aufweisen und umweltschonend verpackt sein.
- Euroblume (EU Ecolabel): Bewertet die gesamte Umweltbilanz eines Reinigungsmittels von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Das Siegel kennzeichnet unter anderem Geschirrspülmittel als umweltfreundlich, aber auch nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel mit geringer Umweltbelastung. Genauso versehen Hersteller von Glasreinigern und verschiedene Badreinigern Ihre Produkte als mit der Euroblume als umweltfreundlich.
- Ecocert: Zertifiziert Reinigungsmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen und stellt sicher, dass mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind. Das Siegel ist besonders relevant für umweltfreundliche Haushaltsreiniger und ökologische Gewerbereiniger.
Im Überblick: Was ist der Unterschied zwischen herkömmlichen und ökologischen Reinigungsmitteln?
Um auf biologisch abbaubare Reiniger umzusteigen ist für Sie wichtig zu wissen, welche Putzmittel als umweltfreundlich gelten. Die folgende Tabelle zeigt markante Unterschiede zwischen chemiehaltigen und umweltfreundlichen Reinigungsmitteln im Vergleich auf.
Merkmal | Herkömmliches Reinigungsmittel | Ökologisches Reinigungsmittel |
Inhaltsstoffe |
Chemikalien, die auf Basis von Erdöl synthetisiert werden und Mikroplastik enthalten |
Natürliche, biologisch abbaubare Tenside, chemiefrei |
Gesundheitsrisiken |
Allergien und Hautreizungen |
Wenig bis kein Einfluss auf Haut und Atemwege |
Umweltauswirkungen |
Nicht biologisch abbaubar, gelangen in Gewässer und setzen sich in Organismen fest |
Wenige bis keine Schadstoffe sorgen für eine geringere Belastung der Umwelt |
Reinigungskraft |
Starke, oft aggressive Reinigungskraft, die Oberflächen beschädigen kann |
Wirksame Reinigung, vor allem in Verbindung mit richtigen Schwämmen und Bürsten |
Preis |
Sehr günstig, allerdings werden oft große Mengen benötigt |
Teilweise etwas teurer, allerdings deutlich ergiebiger |
Wie können Unternehmen nachhaltig putzen?
Umweltfreundliche Reinigungsmittel gibt es viele und ebenso viele, die das von sich behaupten. Wer auf Siegel achtet und ein paar einfache Tricks kennt, kann ohne zusätzlichen Aufwand nachhaltig putzen. Um auch beim Putzen die Nachhaltigkeit im Unternehmen zu berücksichtigen, brauchen Sie dafür folgende Hilfsmittel:
Die richtigen Reinigungsmittel: Sowohl im Haushalt als auch in vielen Betrieben reichen vier einfache Reinigungsmittel aus, um alle Verschmutzungen zu lösen. Dabei handelt es sich um:
- Neutrale Allzweckreiniger
- Handspülmittel
- Essigreiniger oder Zitronensäure
- Scheuerpulver
Diese klassischen Haushaltsreiniger enthalten biologisch abbaubare Tenside und keine giftigen Zusatzstoffe. Aus diesem Grund gelten neutrale Allzweckreiniger als umweltfreundlich und sie eignen sich wunderbar als Küchenreiniger. Sie können Sie auch für das Reinigen von Böden, Toiletten und Oberflächen verwenden. Chemiefreie Hausmittel wie Gallseife und Natron sind ebenfalls geeignet, aber kein Muss.
Besonderheiten im Betrieb: Während im Büro die Putzmittel zum Einsatz kommen können, die Sie auch zuhause verwenden, kann das bei Maschinen und Werkgeräten anders sein. Gerade im Handwerk stellt sich die Frage, wie Sie empfindliche Gerätschaften richtig reinigen können. Auch hier geht es darum, Oberflächen zu schonen. Zusätzlich ist es erforderlich, die Funktionsfähigkeit des Werkzeuges zu gewährleistet.
Gibt es keine Vorschrift für die Verwendung spezieller Reiniger, können sie als umweltfreundliches Reinigungsmittel oft Spülmittel einsetzen. Gerade im Handwerksbereich lassen sich Werkzeuge mit dieser fettlösenden Seifenlauge ganz einfach reinigen. Zusätzlich kommen für Rost und groben Schmutz Bürsten und Feilen zum Einsatz.
Exkurs
Das richtige Werkzeug zum nachhaltigen Putzen: Lappen, statt Papiertücher
Mikrofasertücher, Schwämme und Bürsten sind praktische Reinigungshelfer und sparen Reinigungsmittel – vorausgesetzt, sie sind für die ausgewählten Oberflächen geeignet. In manchen Fällen sind nur einmalig verwendbare Tücher, wie die Putztuchrolle Premium in blau, die bessere Wahl. Achten Sie beim Kauf besonders auf Nachhaltigkeitssiegel wie den Blauen Engel.
Fazit: Umweltfreundliche Reinigungsmittel im Unternehmen sind gut für alle
Die Umwelt zu schützen, tut gut. Ein gutes Gewissen ist allerdings nicht alles, was Sie bekommen, wenn Sie im Betrieb auf umweltfreundliche Putzmittel umstellen. Ein weiterer Vorteil ist die Kostenersparnis. Wenn Sie nicht mehr zehn verschiedene Reinigungsmittel benötigen und dafür ergiebigere Reiniger einkaufen, sparen Sie bares Geld. Auch die Entsorgung wird einfacher, da die Stoffe keine giftigen Chemikalien enthalten. Die hygienische Reinigung wird Unternehmen ohnehin vorgeschrieben, besonders gut ist sie aber, wenn sie die Gesundheit der Mitarbeiter nicht durch Giftstoffe belastet. In diesem Rahmen kann der Einsatz von umweltfreundlichen Reinigungsmitteln auch Teil der Corporate Social Responsibility sein.