Ressourcen werden knapper und die Umweltauswirkungen des menschlichen Handelns immer sichtbarer. Nachhaltiger Konsum gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung – sowohl im Privatbereich als auch im Geschäftsalltag. Denn für Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, ist nachhaltiger Konsum nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch eine Chance für Zukunftssicherheit. Doch wie lässt sich nachhaltiger Konsum umsetzen? Welche Vorteile ergeben sich daraus? Und wie können Unternehmen ihre Kunden in ihrem Konsumverhalten positiv beeinflussen? In diesem Artikel finden Sie Antworten.
Grün, gerecht, gewissenhaft: Was ist nachhaltiger Konsum?
Nachhaltig zu konsumieren, heißt, bewusst und verantwortungsvoll zu konsumieren. Es geht darum, Produkte und Dienstleistungen so auszuwählen, dass Ressourcen wie Wasser, Energie und Rohstoffe sparsam zum Einsatz kommen. So lassen sich Umweltbelastungen durch Abfall oder CO₂-Emissionen minimieren. Ebenso spielen soziale Gerechtigkeit und Verantwortung eine Rolle: Wer nachhaltig leben und konsumieren möchte, sollte auf ethisch vertretbare Produktionsbedingungen und Lieferketten achten.
Derartige Überlegungen sind allerdings nicht nur beim Kauf eines Produkts wichtig. Auch Gebrauch und Entsorgung lassen sich nachhaltig gestalten – zum Beispiel, indem Sie sich für Mehrweg- statt Einwegprodukte entscheiden oder defekte Geräte reparieren. Durch nachhaltigen Konsum können Sie dazu beitragen, Natur und Klima zu schonen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und wirtschaftliche Stabilität zu unterstützen.
INFO
Grüner Konsum und der ökologische Fußabdruck
Ein wesentlicher Teilbereich des nachhaltigen Konsums ist grüner Konsum. Bei diesem liegt der Fokus vor allem auf Aspekten wie Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung. Der ökologische Fußabdruck nimmt dabei eine entscheidende Rolle ein. Er zeigt auf, welche Auswirkungen der Konsum Ihres Unternehmens oder von Ihnen als Privatperson auf die Umwelt hat – beispielsweise anhand von CO₂-Emissionen und verbrauchten Ressourcen. Ein erster Schritt zu nachhaltigem Konsum kann deshalb sein, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu erfassen und auf Basis der Erkenntnisse weitere Maßnahmen einzuleiten.
Vorteile nachhaltigen Konsums für Unternehmen
Nachhaltiger Konsum ist vor allem eine dringende Reaktion auf eine kaum aufzuhaltende Entwicklung: Die Weltbevölkerung und ihr Bedarf wachsen stetig, während die natürlichen Ressourcen der Erde begrenzt sind. Unternehmen tragen eine besondere Verantwortung, da ihre Konsumentscheidungen und ihr Verhalten direkten Einfluss auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft haben. Nachhaltiger Konsum ist jedoch nicht nur ein Beitrag zum Schutz der Erde. Er bietet Ihrem Unternehmen viele Vorteile:
-
Kostenersparnis durch effizienten Ressourceneinsatz
Ein nachhaltiges Konsumverhalten hilft, Betriebskosten zu senken. Energieeffiziente Geräte helfen beispielsweise, Strom zu sparen und die entsprechenden Ausgaben zu minimieren. -
Gesenktes Risiko für Lieferengpässe
Nachhaltiger Konsum hilft, natürliche Ressourcen zu schonen und langfristig verfügbar zu halten. Für Ihr Unternehmen bedeutet das stabilere und weniger krisengefährdete Lieferketten. -
Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationskraft
Der Markt für nachhaltige Lösungen wächst. Setzt Ihr Unternehmen frühzeitig auf nachhaltige Produkte und Prozesse, kann es sich einen Wettbewerbsvorteil und festen Platz im Markt verschaffen. -
Verbesserte Reputation und Kundenbindung
Verbraucher (und auch Geschäftspartner) achten zunehmend auf Nachhaltigkeit. Durch nachhaltigen Konsum kann Ihr Unternehmen sich als zukunftsorientiert und verantwortungsvoll positionieren. -
Höhere Attraktivität als Arbeitgeber
Auch auf Mitarbeitende wirkt Nachhaltigkeit im Unternehmen attraktiv. Viele Menschen möchten in einem Betrieb arbeiten, der Verantwortung für die Umwelt übernimmt. -
Langfristig gesicherte Wirtschaftlichkeit
Indem Sie auf nachhaltigen Konsum setzen, machen Sie Ihr Unternehmen zukunftssicher. Sie reduzieren Abhängigkeiten von endlichen Ressourcen und passen sich frühzeitig an veränderte Marktanforderungen an
Bedürfnis nach Transparenz, Bedarf an nachhaltigen Wertschöpfungsketten
Um von den Vorteilen nachhaltigen Konsums zu profitieren, sollte Ihr Unternehmen den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen im Blick behalten. In der Beschaffung bedeutet das: Entscheiden Sie sich für Produkte und Rohstoffe, die unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien hergestellt wurden. Bevorzugen Sie beispielsweise Recyclingmaterialien, nachwachsende Rohstoffe wie Bambus oder zertifizierte Produkte wie Papier mit dem Blauen Engel.
Wesentlich ist auch die Transparenz entlang der Lieferkette. Nachhaltigkeit im Konsum setzt voraus, dass auch Lieferanten soziale und ökologische Standards einhalten. Das können Sie zum Beispiel an Zertifizierungen wie dem FSC- (Forest Stewardship Council) oder dem Fairtrade-Siegel erkennen. Fragen Sie außerdem Sie gezielt nach, wie Ihre Lieferanten Materialien beschaffen und arbeiten Sie bevorzugt mit Unternehmen zusammen, die regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte vorlegen oder Mitglied in Umwelt- und Sozialinitiativen sind.
10 Tipps, wie Sie nachhaltigen Konsum in Ihrem Unternehmen umsetzen
Sie können – und sollten – für nachhaltigen Konsum jedoch bei Ihnen im Unternehmen ansetzen. Hier haben Sie direkten Einfluss und schon kleine Anpassungen in Ihrem Konsum und Konsumverhalten reduzieren die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Bei der Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen für Konsum und Produktion helfen diese Tipps:
-
Überprüfen Sie Ihren Materialeinsatz!
Analysieren Sie, welche Materialien und Produkte Sie regelmäßig nutzen und ob es nachhaltige Alternativen gibt. Beispielsweise können Sie Recyclingpapier, biologisch abbaubare Reinigungsmittel oder Mehrwegoptionen in Ihrem Betrieb einsetzen. -
Setzen Sie auf energieeffiziente Geräte!
Ersetzen Sie alte Maschinen, Lampen oder Bürogeräte durch energieeffiziente Modelle und achten Sie auf das EU-Energieeffizienzlabel. Dadurch senken Sie den Stromverbrauch und Ihre Energiekosten. -
Optimieren Sie Ihre Lieferkette!
Bevorzugen Sie regionale Anbieter, um Transportwege zu verkürzen und CO₂-Emissionen zu reduzieren, und folgen Sie unseren Ratschlägen aus dem vorangehenden Kapitel. -
Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden!
Sensibilisieren Sie Ihr Team für nachhaltiges Verhalten im Arbeitsalltag. Geräte nach Feierabend abzuschalten oder Abfällen korrekt zu trennen, kann einen großen Unterschied machen. -
Minimieren Sie Einwegprodukte!
Verzichten Sie auf Einwegartikel wie Plastikbecher oder Einwegseifenspender. Nutzen Sie stattdessen langlebige Alternativen wie Porzellantassen oder nachfüllbare Spender. -
Bieten Sie nachhaltige Verpflegung an!
Ob für Mitarbeitende, in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen: Beziehen Sie möglichst regionale, saisonale und biologisch erzeugte Produkte. Dadurch minimieren Sie Transportwege und schonen die Umwelt. -
Kommunizieren Sie Ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen!
Zeigen Sie, was Sie für Umwelt und Gesellschaft tun. Dazu können Sie Ihre Maßnahmen auf Ihrer Website, in Broschüren oder direkt in Ihren Geschäftsräumen vorstellen. -
Prüfen Sie Fördermöglichkeiten!
Informieren Sie sich über staatliche Förderprogramme für nachhaltige Investitionen. Viele Maßnahmen wie energieeffiziente Beleuchtung, nachhaltige Heizsysteme oder Recyclingmaterialien erhalten Förderungen. -
Achten Sie auf die Produktlebensdauer!
Investieren Sie in langlebige und hochwertige Materialien, die Sie weniger häufig ersetzen müssen. Langfristig sparen Sie dadurch nicht nur Kosten, sondern reduzieren auch den Verbrauch von Ressourcen. -
Setzen Sie auf nachhaltige Mobilität!
Bieten Sie Ihren Mitarbeitenden Anreize für umweltfreundliche Mobilität, beispielsweise Jobtickets, sichere Fahrradstellplätze oder Ladesäulen. Das senkt den CO₂-Ausstoß und motiviert Ihre Belegschaft.
INFO
Fördern Sie nachhaltiges Konsumverhalten bei Ihren Kunden
Unternehmen sind Vorbilder. Natürlich sind Sie nicht verantwortlich für den Lebensstil Ihrer Kunden. Aber Ihr eigener nachhaltiger Konsum kann inspirieren und durch konkrete Beispiele zeigen, wie sich nachhaltiges Konsumverhalten erreichen lässt. Dazu ist es wichtig, dass Sie über Ihre internen Maßnahmen aufklären, zu Nachhaltigkeitsthemen informieren und für Transparenz (zum Beispiel hinsichtlich Herstellung oder Lieferketten) sorgen. Außerdem können Sie Anreize für nachhaltiges Verhalten schaffen: zum Beispiel in Form von Rabattprogrammen für Kunden, die leere Verpackungen zurückbringen oder Nachfüllstationen nutzen.